Dachdeckerin Chiara und die Entscheidung für das echte Handwerk
Dachdeckerin Chiara steht für einen Berufsweg, der zunächst nicht selbstverständlich wirkte. Chiara Monteton aus Bochum begann zunächst ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen, stellte jedoch nach mehreren Semestern fest, dass sie die praktische Arbeit stärker anzog als der Hörsaal. Anschließend entschied sie sich für eine Ausbildung im Dachdeckerhandwerk und entwickelte daraus eine berufliche Laufbahn, die heute Ausbildung, Meisterqualifikation, Unternehmertum und digitale Kommunikation miteinander verbindet.
Ihre Geschichte ist deshalb interessant, weil sie eine größere Frage berührt: Welche Berufe wollen junge Menschen heute tatsächlich ausüben? Während Handwerk häufig mit körperlicher Belastung und traditionellen Vorstellungen verbunden wird, vermittelt Chiara ein anderes Bild. Auf Baustellen zählen schließlich nicht nur Kraft, sondern ebenso Genauigkeit, technisches Verständnis, Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, jeden Tag praktische Lösungen zu finden.
Von der Dachdeckerfamilie zur eigenen beruflichen Identität
Chiara Monteton wuchs in einer Dachdeckerfamilie auf. Ihr Vater Ingo Monteton führte den Familienbetrieb in Bochum, sodass Baustellen und handwerkliche Arbeit für sie schon früh zum persönlichen Umfeld gehörten. Trotzdem verlief ihr Weg nicht automatisch in Richtung Dach. Sie probierte zunächst akademische und kaufmännische Wege aus, bevor sie sich bewusst für die praktische Arbeit entschied. Gerade diese Umwege machen ihre Geschichte menschlich, weil berufliche Orientierung selten so geradlinig ist, wie sie später in einem Lebenslauf erscheint.
Dabei entstand eine wichtige Unterscheidung zwischen Familiengeschichte und persönlicher Entscheidung. Zwar kannte Chiara das Dachdeckerhandwerk bereits aus ihrer Kindheit, doch sie musste selbst herausfinden, welche Tätigkeit zu ihr passte. Auf der Baustelle fand sie offenbar genau jene Verbindung aus Bewegung, Verantwortung und sichtbarem Ergebnis, die ihr im Studium fehlte. Damit wurde aus einer familiären Umgebung schließlich eine eigene berufliche Identität.
| Bereich | Einordnung |
|---|---|
| Name | Chiara Monteton |
| Beruf | Dachdeckermeisterin |
| Herkunft | Bochum, Ruhrgebiet |
| Familienbetrieb | Dachdeckerei Monteton |
| Öffentliche Präsenz | @dachdeckerin_chiara |
| Weitere Tätigkeit | Kommunikation und Botschafterin für das Handwerk |
Warum ihre Baustellenbilder mehr erzählen als Werkzeug und Ziegel
Auf den ersten Blick zeigen die Inhalte von Dachdeckerin Chiara vor allem das, was auf einem Dach passiert: Werkzeuge, Materialien, Arbeitskleidung und verschiedene Situationen aus dem Berufsalltag. Doch gerade diese scheinbare Einfachheit macht die Kommunikation wirkungsvoll. Statt den Beruf ausschließlich über Werbeslogans zu erklären, lässt sie Menschen an einer Arbeitswelt teilhaben, die viele sonst nur aus der Entfernung kennen.
Bereits während ihrer Zeit als Gesellin wurde sie in Fachmedien als erfolgreiche Handwerks-Creatorin wahrgenommen. Das handwerk magazin berichtete über ihre Reichweite auf Instagram und TikTok und beschrieb ihre Inhalte als Einblicke in den Alltag einer Dachdeckerin. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung ihres Kanals, wie sich soziale Medien von reiner Unterhaltung zu einer Plattform für berufliche Orientierung entwickeln können.
Frauen auf dem Dach: Ein Bild verändert sich
Besonders interessant ist die gesellschaftliche Dimension ihrer Arbeit. Das Dachdeckerhandwerk wurde lange stark männlich wahrgenommen. Wenn eine Frau sichtbar auf einem Steildach arbeitet, entsteht deshalb automatisch ein Kontrast zu traditionellen Erwartungen. Chiara versucht diesen Kontrast jedoch nicht ausschließlich durch große Aussagen zu erklären. Vielmehr steht die alltägliche Arbeit selbst im Mittelpunkt.
In einem Beitrag des Landesinnungsverbands des Dachdeckerhandwerks Westfalen erklärte sie, dass sie mit ihrer Präsenz auch Klischees aufbrechen wolle. Dabei verwies sie ausdrücklich auf die Freude an der Arbeit und die Herausforderungen des Berufs. Genau darin liegt eine kulturell interessante Botschaft: Ein Beruf muss nicht neu erfunden werden, damit sich das Bild seiner möglichen Beschäftigten verändert.
Vom Handwerk zur digitalen Öffentlichkeit
Die Entwicklung von Dachdeckerin Chiara zeigt außerdem, wie eng Handwerk und digitale Medien inzwischen miteinander verbunden sein können. Ihre Inhalte machen aus einer ansonsten wenig sichtbaren Tätigkeit öffentlich erzählbare Momente. Ein Werkzeug wird dabei nicht bloß zum Gegenstand, sondern Teil einer Geschichte über Können, Verantwortung und Alltag.
Diese Form der Kommunikation besitzt auch eine praktische Wirkung. Jugendliche, die bislang kaum Kontakt zu einem Handwerksberuf hatten, können über soziale Plattformen sehen, wie eine typische Tätigkeit tatsächlich aussieht. Gleichzeitig bekommen Eltern und andere Erwachsene einen Einblick in eine Arbeitswelt, die häufig nur über alte Vorstellungen beurteilt wird.
2022 wurde dieses Engagement mit dem Goldenen Blogger in der Kategorie Berufliche Botschafterin ausgezeichnet. Damit wurde nicht allein eine Social-Media-Präsenz gewürdigt, sondern die Verbindung zwischen digitaler Kommunikation und beruflicher Öffentlichkeit.
Meistertitel, Verantwortung und die nächste Generation
Der Weg von der Ausbildung zur Meisterin verändert zudem die Rolle innerhalb eines Betriebs. Eine Meisterqualifikation steht nicht nur für zusätzliche fachliche Kenntnisse, sondern eröffnet im Handwerk auch Möglichkeiten zur Führung, Ausbildung und unternehmerischen Verantwortung. Bei Chiara kommt hinzu, dass sie Teil einer Familiennachfolge ist.
Eine Veröffentlichung der Initiative Zukunft Bau beschreibt sie als Dachdeckermeisterin und seit 2024 als Geschäftsleiterin des elterlichen Handwerksbetriebs. Außerdem wird dort ihre Verantwortung für Großprojekte auf Baustellen seit 2025 genannt. Damit verschiebt sich die Geschichte: Aus der jungen Frau, die ihren eigenen beruflichen Platz sucht, wird eine Fachkraft mit Verantwortung für Menschen, Projekte und die Zukunft eines Unternehmens.
Social Media als moderne Visitenkarte des Handwerks
Interessant ist dabei, dass die digitale Präsenz nicht neben dem Handwerk existiert, sondern zunehmend mit ihm verbunden ist. Ein Instagram- oder TikTok-Beitrag kann heute ähnlich wie eine klassische Visitenkarte zeigen, wofür ein Betrieb und seine Mitarbeiter stehen. Bei Chiara wird diese Verbindung besonders deutlich, weil ihre Inhalte unmittelbar aus ihrem Arbeitsumfeld entstehen.
Auch die Wirtschaftsförderung Bochum hat die Familie Monteton im Zusammenhang mit Unternehmensnachfolge und Digitalisierung vorgestellt. Dabei wird beschrieben, wie Chiara und ihr Bruder Luca unterschiedliche Aufgaben im Familienunternehmen übernehmen und digitale Kommunikation eine Rolle in der Weiterentwicklung spielt.
Die menschliche Seite hinter dem professionellen Bild
Trotz aller beruflichen Erfolge bleibt der Alltag einer Dachdeckerin körperlich anspruchsvoll. Arbeiten in Höhe, wechselnde Wetterbedingungen, Sicherheitsanforderungen und präzise handwerkliche Tätigkeiten gehören zum Beruf. Ein Beitrag des WDR aus dem Jahr 2026 beschäftigte sich ausdrücklich mit Chiaras Erfahrungen als Frau in einem traditionell männlich geprägten Beruf und mit ihrer persönlichen Begeisterung für diese Arbeit.
Gerade diese Perspektive verhindert, dass das Handwerk lediglich als Instagram-Kulisse erscheint. Hinter jedem kurzen Video stehen Arbeitstage, Konzentration und Verantwortung. Deshalb funktioniert ihre Geschichte nicht nur als Social-Media-Erzählung, sondern auch als Beispiel dafür, wie berufliche Zufriedenheit entstehen kann, wenn die eigene Tätigkeit mit den persönlichen Vorstellungen vom Arbeiten übereinstimmt.
Zwischen Baustelle, Podcast und öffentlicher Rolle
Ihre Kommunikation beschränkt sich zudem nicht auf kurze Social-Media-Beiträge. Gemeinsam mit der Zimmerin Mara Pischl war Chiara am Podcast Baustellen-Beichten beteiligt, in dem Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag humorvoll und persönlich verarbeitet werden. Bereits 2023 wurden Episoden veröffentlicht, die Geschichten aus Meisterschule und Baustellenalltag miteinander verbanden.
Dadurch entsteht ein weiteres Bild des Handwerks: nicht nur technisch, sondern auch sozial. Baustellen sind Arbeitsplätze, an denen Menschen zusammenarbeiten, Probleme lösen, Fehler machen, lernen und manchmal über absurde Situationen lachen. Diese Seite des Berufs wird in traditionellen Darstellungen häufig weniger sichtbar.

Warum Dachdeckerin Chiara für den Wandel im Handwerk steht
Die Bedeutung von Dachdeckerin Chiara liegt deshalb nicht allein in ihrer Bekanntheit. Interessanter ist die Verbindung mehrerer Entwicklungen: berufliche Neuorientierung, weibliche Sichtbarkeit im Handwerk, Familiennachfolge, Digitalisierung und Nachwuchsgewinnung treffen in ihrer Geschichte aufeinander.
Das ZDF stellte Chiara bereits 2021 in einer Sendung über junges Handwerk vor und zeigte sie im Zusammenhang mit ihrer Arbeit und der geplanten Übernahme des Familienbetriebs gemeinsam mit ihrem Bruder. Seitdem hat sich ihre berufliche Rolle weiterentwickelt.
So betrachtet erzählt ihr Weg eine größere Geschichte über Arbeit im 21. Jahrhundert. Tradition und Digitalisierung müssen keine Gegensätze sein. Ein Dachdeckerbetrieb kann jahrzehntelange Erfahrung besitzen und gleichzeitig soziale Medien nutzen, um eine neue Generation zu erreichen. Ebenso kann eine junge Frau in einem traditionellen Beruf arbeiten, ohne ihre berufliche Identität ständig über Geschlechterfragen erklären zu müssen.
Häufige Fragen zu Dachdeckerin Chiara
Wer ist Chiara Monteton?
Chiara Monteton ist eine Dachdeckermeisterin aus Bochum und Teil des Familienbetriebs Monteton. Bekannt wurde sie außerdem durch ihre digitale Präsenz unter dem Namen dachdeckerin_chiara.
Warum wurde Chiara Monteton bekannt?
Vor allem durch ihre Social-Media-Inhalte über den Dachdeckerberuf. Sie zeigt dort verschiedene Aspekte des Baustellenalltags und macht das Handwerk für ein breites Publikum sichtbar.
Hat Chiara Monteton studiert?
Ja. Sie studierte zunächst Bauingenieurwesen, entschied sich anschließend jedoch für eine praktische Ausbildung im Dachdeckerhandwerk.
Welche Rolle spielt ihre Familie?
Ihr Vater führt beziehungsweise führte den Familienbetrieb Monteton in Bochum. Chiara arbeitet gemeinsam mit ihrem Bruder im Unternehmen und ist inzwischen auch mit Führungsverantwortung verbunden.
Ein Beruf, der sichtbar geworden ist
Die Geschichte von Dachdeckerin Chiara beginnt mit einer einfachen Erkenntnis: Nicht jeder berufliche Weg muss dort enden, wo er einmal begonnen hat. Aus einem Studium wurde eine Ausbildung, aus der Ausbildung ein Meistertitel und aus dem normalen Baustellenalltag eine öffentliche Stimme für das Handwerk.
Dabei ist vielleicht genau diese Entwicklung ihr interessantester Beitrag. Sie macht nicht nur auf einen einzelnen Beruf aufmerksam, sondern zeigt, dass moderne Arbeitswelt unterschiedliche Formen annehmen kann. Ein Dach kann Arbeitsplatz, Familiengeschichte, unternehmerische Verantwortung und zugleich Bühne für digitale Kommunikation sein.
Am Ende bleibt deshalb weniger das Bild einer Influencerin als das einer Handwerkerin, die ihren Beruf sichtbar macht. Zwischen Ziegeln, Werkzeugen, Meisterschule und Unternehmensnachfolge entsteht ein zeitgemäßes Porträt des Handwerks: bodenständig in seiner Arbeit, aber offen für neue Wege der Öffentlichkeit.











